TAG 89: Nach dem Therapieende: Und wat nu?

Freitag, 27.2.2015

Tja, was bleibt denn jetzt von der ganzen Krebstherapie? Außer ein paar nicht gerade dramatischen Nebenwirkungen, die bei mir nach wie vor anhalten.

Noch fühle ich mich, wie ein Brathähnchen, noch ist das Innere meiner Nase weitgehend kaputt, noch passieren in meinem Mund unangenehme Dinge, wenn ich nur mal versuche, die Mundpflege etwas zu reduzieren. Auch mein Schlafbedürfnis hat noch immer den gleichen, hohen Umfang von 10-12 Stunden pro Tag. Es geht fast nichts ohne einen ausgiebigen Nachmittagsschlaf.

Und sonst? Was auch bleibt, ist das Gefühl, dass mein Krebs „weg“ ist. Und dieses Gefühl darf ich nun rund drei Monate genießen. Denn irgendwelche Untersuchungen jetzt direkt nach Ende der Bestrahlungen wird es überhaupt nicht geben, weder im Blut, noch per CT oder sonstwie. Das wird erst im Juni passieren.

Bis dahin habe ich: Ruhe! Was meinen Krebs anbelangt. Und das ist ja auch ganz gut so!

Und die Gewissheit, ab Mitte März drei Wochen lang eine Anschlussheilbehandlung in St. Peter Ording genießen zu können.

Und was bleibt sonst noch aus diesen, fast auf den Tag genau drei Monaten? Sicher, ein Erkenntnisgewinn! Vor allem sind dies allerdings Erkenntnisse, die die Welt nicht braucht:

 

Auch wenn die Welt gerade still steht – sie bleibt die gleiche.

Zum Tag des Krebs gibt es keine Geschenke für Krebskranke 🙁

Brathähnchen fahren nicht Fahrrad!

Blau-lila Licht im Kopf drinnen ist magisch.

Knochenmarkpunktion ist komisch.

Wissen hilft!

Der Krebs verliert! Immer! Aber das ist überhaupt nicht tröstlich…

Der Lieblingsbäcker bleibt der gleiche, zum Anfang und zum Ende

Schutzengel können nur kommen, wenn man sie wirklich braucht.

Auch ich werde langsam ein alter Knacker.

Beim Röntgen kann man den Hals schon mal vergessen.

Sammelurin-Flaschen sind immer zu klein.

Hitzewallungen jetzt auch für Männer!

Die Cyclassics sind kein Problem – für den Arzt. Der muss ja auch nicht dafür trainieren!

Das Wunder der Natur lässt Ärzte schwer ächzen.

Bei der Bundeswehr sollte man besser nicht naiv sein.

Fragen, auf die es keine Antwort gibt, kann man getrost vergessen.

Man kann Krebs auch als große Erlebnisreise in eine neue, aufregende Welt auffassen.

Viel mehr Männer kriegen Brustkrebs als so ein solitäres Plasmozytom.

Der Eingang zum Raumschiff Enterprise bleibt unauffindbar.

Der Winter 2014/15 fand in Hamburg allein am 24.1. statt.

Durch Krebs scheine ich zu verblöden.

 

Tatsächlich: Alles andere, als weltbewegend, was mir da während meiner Krebserkrankung durch den Sinn geht!

Das war’s dann! War’s das dann?

 

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