Über mich

Dirk Matzen

Selfie auf einer Radtour in Düsseldorf im Juni 2015

Ein paar Worte über mich – damit, wer will, ein wenig einordnen kann, von wem hier Gedanken und Erlebnisse rund um die Krebserkrankung Plasmozytom geschildert werden.

Mein Name ist Dirk Matzen, Jahrgang 1960 – eigentlich ein guter Jahrgang. Sicherlich ein typischer Schleswig-Holsteiner, um es genauer zu sagen: Ein tief verwurzelter Dithmarscher, geboren in Heide.

Mittlerweile bin ich jedoch seit über 25 Jahren wohnhaft in Hamburg – nach einigen Jahren Studium in Braunschweig. Als „Hamburger“ fühle ich mich trotz der langen Zeit nicht, dafür sind mir die Einheimischen zu achtlos und spröde. Eher fühle ich mich noch als „Dithmarscher“. Und, ja, einige Jahre fühlte ich mich als „Braunschweiger“.

Seit meine erwachsene Tochter in einer anderen Stadt studiert, lebe ich allein in meinem Haushalt – gerne auch ohne Frau, aber meine diversen Erkrankungen erfordern ja auch für sich die volle Aufmerksamkeit und lassen kaum Raum für anderes.

Arbeiten tue ich auch in Hamburg, und bin da eine treue Seele: Seit November 1990 bin ich dem größten Arbeitgeber der Stadt treu – eben der Freien und Hansestadt Hamburg als Arbeitgeber. Tätig bin ich im technischen Bereich, mit einer Gruppe von 15 zusammen bin ich dafür mitverantwortlich, dass die Luftverschmutzung in Hamburg korrekt gemessen und veröffentlicht wird (so ist die Gestaltung der Internetseite luft.hamburg.de zur Veröffentlichung der Messdaten der Luftverschmutzung ein Teil meines Jobs).

Bis vor einigen Jahren gab es noch einen Nebenjob, als EDV-Administrator bei der Konzert-Agentur FKP Scorpio. Irgendwann nebenberuflich einfach nicht mehr zu meistern, fand ich diese Tätigkeit doch großartig – vor allen Dingen die vielen kostenlosen Konzertbesuche und das Herumtreiben im Backstage-Bereich der ersten sechs oder sieben Hurricane-Festivals in Scheessel.

Andere Dinge, die ich mag: Während ich in jugendlichen Jahren viele Jahre Fußball im Verein spielte, bin ich da mittlerweile nur noch aktiver Zuschauer – mag das aber! Auch, wenn ich mich manchmal ob der gebotenen Leistungen eher wie ein Strafgefangener des Hamburger Millerntors fühle…

Radfahren in allen Varianten: Vom Brötchen holen um die Ecke, über den täglichen Arbeitsweg, den Wochenend-Einkauf, ganze Urlaube mit Streckentouren bis hin zu Jedermann-Radrennen – alles wird per Fahrrad gemacht. Fahrrad-Fahren ist eine Leidenschaft von mir! Auch, wenn einem dies in der Stadt Hamburg schwer gemacht wird – eigentlich ist Hamburg nämlich eine Fahrradhölle.

Und Reisen liebe ich: Im In- und Ausland, ans Meer und seit wenigen Jahren auch in die Berge, gern per Fahrrad, per Wanderung oder auch mal mit dem Jet. Nie mit dem Auto: Ich habe keines – wozu auch?

Gerne, viel und überall fotografiere ich. Auf Reisen steigert sich dies fast ins Unermessliche (und für Mitreisende bis fast ins Unerträgliche). Dieses Hobby verbindet sich manchmal wunderbar mit meiner – welche Überraschung! – Leidenschaft für’s Schreiben. Reisen, Schreiben und Fotografieren lässt sich dann wunderbar zu einem kleinen, persönlichen Reiseblog www.nach-gedacht.net  kombinieren. Mittlerweile empfinde ich eine Reise erst so richtig als abgeschlossen, wenn ich sie dort noch einmal aufgearbeitet habe.

Ja, und die wichtigen Menschen um mich herum liebe ich, Kino liebe ich, Musik liebe ich (mit zunehmenden Alter aber immer etwas weniger) – einige der Dinge, die mich ausmachen.

Leider jedoch gehören zu den wichtigen Dingen in meinem Leben auch zunehmende gesundheitliche Probleme. Die Krebserkrankung, das „solitäre Plasmozytom“, das im November 2014 bei mir entdeckt wurde, ist da das letzte, aber einschneidendste Ereignis einer ganzen Kette an ernsthaften Erkrankungen und Problemen.

Eigentlich konnte mich die Krebserkrankung nicht wirklich überraschen: Drei meiner vier Großeltern sind an Krebs gestorben. Auch mein Vater starb nach einer langen Leidenszeit an Krebs. Bei ihm spielte Darmkrebs eine Rolle – ein Grund, warum ich seit vielen Jahren immer wieder zu Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchungen gehe. Aber die Erkenntnis, dass damit „nur“ einer von hundert Krebsart (wenn auch eine häufige) vorgebeugt wird, ist ebenso logisch, wie bitter.

Meine Krebserkrankung ist erstmal sehr glimpflich verlaufen, sehr früh entdeckt – vielleicht ist sie ja tatsächlich bereits vorbei. Die Chance besteht – und das ist bei einem Plasmozytom schon großes Glück! Und doch habe ich die Erkrankung als sehr tiefen Einschnitt erlebt, fühle mich einmal komplett durchgeschüttelt.

Und genau davon, von meinen persönlichen Erlebnissen und Eindrücken, handelt dieser Blog.

 

3 Gedanken zu „Über mich

  1. Jörg Stephan

    Hallo Dirk, (lass mich bitte Wissen wenn Dir die Ansprache mit „Sie“ und Nachnamen lieber ist)

    Ich hoffe es geht dir nach wie vor gut.
    Meine Name ist Jörg (Nachname: Stephan) und bei meiner Mutter wurde 2008 MM diagnostiziert.
    Ich habe für Sie und für alle anderen Betroffenen eine Multiple Myelom/Plasmozytom Informationsmappe erstellt und erhoffe mir dadurch auch das andere Betroffene Ihr wertvolles Wissen und Erfahrungen mehr miteinander austauschen. Auf meiner Webseite http://www.myelominfo24.eu erfährst Du alles weitere und auch mehr über mich und meine Zielsetzung.
    Ich bin auf der Suche nach Betroffenen die offen mit Ihrer Erkrankung umgehen und gerne Ihr Wissen teilen wollen und evtl. Ihre Geschichte mit anderen teilen wollen, um auch anderen Betroffenen Mut zu machen (siehe Kapitel 6 in meiner Informationsmappe). Auf dieser Suche habe ich auch deinen tollen Blog gefunden. Bitte lass mich wissen, falls Du findest das deine Geschichte hierfür geeignet ist und Du Dich hier beteiligen willst.
    Vielleicht hilft Dir ja auch meine Informationsmappe.. Ich würde mich sehr über deine Meinung, evtl. Verbesserungsvorschläge sowie einen stetigen Meinungsaustausch freuen.
    Ich freue mich von dir zu hören und wünsch Dir weiter alles Gute.

    Lieber Gruss,
    Jörg Stephan
    info@myelominfo24.eu
    http://www.myelominfo24.eu

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  2. Carmen Laube

    Hallo Dirk, dein Steckbrief gefällt mir. Wir haben viele Gemeinsamkeiten, so auch die Diagnose Krebs. Bei mir war es Februar 2016. habe alles gut überstanden. Chemo , eigene Stammzellen transplantiert bla bla bla. Nun habe ich das Gefühl das ich doch alles verarbeiten muss. So bin ich auf deinen Blog gestoßen . Möchte auch gerne alles aufschreiben. Da ist das Internet ja doch eine große Hilfe. Mal sehen wie es mit dem schreiben weiter geht. Werde mich hin und wieder mal melden bei dir, wenn ich darf. So verbleibe ich nun mal mit den besten Grüßen

    aus dem schönen Ehningen

    Carmen Laube

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    1. dirk@mein-krebs-und-ich.de Beitragsautor

      Hallo Carmen,

      oha – da ist mir nach meinem Urlaub Ende September (ich brauche da immer eine Weile, um alles wieder zu richten) in der Masse der vielen Spams Dein freundlicher Kommentar fast durch die Lappen gegangen… Entschuldigung!

      Vielen Dank für die netten Zeilen! Mir hat das das Schreiben in dieser ganzen Zeit ja sehr gut getan – das hatte fast schon was von Selbsttherapie… Von daher kann ich zum Schreiben immer nur ermuntern… In einem früheren Post hattest Du ja mal von einem Multiplen Myelom berichtet, oder? Schön, dass es Dir gut geht! Und Fahrradfahren war in diesem Sommer keine Option 🙂

      Viele Grüße
      Dirk

      Antworten

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