Archiv der Kategorie: Strahlentherapie

TAG 194: Kontrolluntersuchungen: Auf der Suche nach den „Monoklonalen Proteinen“

Freitag, 12.6.2015

So, das war sie jetzt, meine erste Runde an Kontrolluntersuchungen. Und, das Ergebnis vorweg: Alles ist gut!

Der Weg zu dieser Erkenntnis war jedoch nicht ganz frei von Steinen, allerdings eher aus Versehen.

Ganz ehrlich: Nicht erwartet hatte ich, dass bei mir eine ziemliche innere Unruhe entsteht, als es auf diese Kontrolluntersuchungen zu geht. Aber genau so ist es, ich werde ziemlich kribbelig, als diese Termine nahen.

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TAG 94: Oh weh – Verwaltung und Formalismus

Mittwoch, 4.3.2015

Als ich am Dienstag den Brief vom UKE aus dem Briefkasten angele, freue ich mich zunächst. Siehe da, denke ich: Man hat zugesagt, mir eine Kopie des Abschlussberichtes zu übersenden, sobald der fertig sei. Dies wird er denn ja sein. Denke ich mir.

Mitnichten! Mein Gesicht hätte ich sehen mögen, als ich den Brief gelesen habe. In ziemlich forschen, fast aggressiven Ton werde ich in großen Lettern darauf hingewiesen, dass ich für meine Behandlung keine Überweisung abgegeben hätte. Wenn man diese nicht in wenigen Tagen vorliegen hätte, dann müsste man mir die Strahlentherapie privat in Rechnung stellen. Vier Tage gibt man mir Zeit, die Überweisung vorzulegen. Den eigenen Brief hat man sinnigerweise gleich Zehn Tage zurückdatiert. Ja, wieso denn nur?

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TAG 86: GESCHAFFT! Die letzte Bestrahlung

Dienstag, 24.2.2015

30 von 30 Bestrahlungstagen, 54,0 Gray Energiedosis gegen meinen Krebs.

So, es ist geschafft! Sechs Wochen lang, Tag für Tag ins UKE, zur Bestrahlung.

Das ist nun vorbei! Zumindest bis zum Juni darf ich jetzt in dem Glauben leben, dass mein Krebs tatsächlich „weg“ ist. Dann wird gründlich gesucht werden, ob man ihn wiederfindet.

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TAG 82: Bin ich ein Brathähnchen? Nur noch zwei Tage Bestrahlung…

Freitag, 20.2.2015

28 von 30 Bestrahlungstagen, 50,4 Gray Energiedosis gegen meinen Krebs.

Hatte ich da vor einer Woche tatsächlich geschrieben, dass ich mich müde und abgeschlagen fühle???

HA!

Das war ja nur ein lockerer Vorgeschmack von dieser, jetzt vergangenen Woche!

Nach dem interessanten Montag mit dem Auftritt vor der Studentengruppe hatte ich mir gedacht, dass es gut sei, ein wenig soziale Kontakte zu pflegen. Nach dem Fußball-Stadion-Besuch am Montagabend treffe ich mich also am Dienstag mit einem Freund nach dessen Feierabend in der Innenstadt, am Mittwoch nach Feierabend mit einem Freund in Altona. Mittags mal ein Tee mit meinem Schutzengel in der Nachbarschaft.

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TAG 78: Die Studenten und ich

Montag, 16.2.2015

24 von 30 Bestrahlungstagen, 43,2 Gray Energiedosis gegen meinen Krebs.

Ja, das war heute mal wieder ein UKE-Tag ganz nach meinem Geschmack! Ein guter Wochenanfang.

Angefangen hatte es schon Mitte der vorangegangenen Woche. Am Nachmittag des Mittwoch bekam ich einen Anruf vom UKE. An sich nichts ungewöhnliches, immer wieder mal gab es Anrufe wegen irgendwelcher Terminverlegungen. Aber nein, diesmal gab es ein anderes Anliegen: Man wolle fragen, ob bereit sei, einen der Doktoren in eine Vorlesungsstunde zu begleiten. Dort sollen Studenten prinzipiell lernen, wie eine Anamnese abläuft, bzw. ablaufen kann.

Am Montagmittag würde das Ganze stattfinden. Ich sei ja krank geschrieben, von daher würde es ja vielleicht passen? Man würde das mit einem Bestrahlungstermin um die Mittagszeit kombinieren. Ich könne es mir gerne auch noch eine Weile überlegen.

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TAG 75: Träge, müde, kraftlos – eigentlich reicht es mir

Freitag, 13.2.2015

23 von 30 Bestrahlungstagen, 41,4 Gray Energiedosis gegen meinen Krebs.

Eigentlich habe ich keine Lust mehr auf all das.

Keine Lust mehr, mich mit meiner Krebserkrankung zu beschäftigen (eigentlich habe ich das Gefühl, das „der Krebs“ schon „weg“ ist und jetzt nur noch der Sicherheit wegen „nachgebratzelt“ wird).

Keine Lust mehr, jeden Tag ins Krankenhaus zu fahren und mir meine Strahlendosis abzuholen (obwohl ich nach wie vor die Station der Strahlentherapie im UKE als sehr angenehm empfinde und meine Lebensretter, die mich da jeden Tag betreuen, mag und sehr schätze).

Keine Lust mehr, von allen als der Kranke empfunden zu werden (obwohl ich es objektiv gesehen ja durchaus bin – und es sehr schön ist, wenn viele Personen aus meinem Umfeld sehr aufmerksam mit mir umgehen).

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TAG 66: Ab sofort krankgeschrieben

Mittwoch, 4.2.2015

16 von 30 Bestrahlungstagen, 28,8 Gray Energiedosis gegen meinen Krebs.

Irgendwie ist es ja ein Mysterium: Man geht einige Tage zur Bestrahlung, legt sich dort auf die Pritsche, bekommt jeden Tag fünf Minuten Strahlen durch den Kopf gejagt, spürt davon nicht das Geringste (okay, ich kann immerhin etwas sehen und habe so ein „Funktionskontrolle“ des Bestrahlungsgerätes) – und nach einigen Wochen ist man geschafft, als würde man jeden Tag Leistungssport betreiben.

Ja, wieso denn nur? Das ist doch eigentlich merkwürdig!

Aber genau betrachtet ist es ja auch so: Der Körper macht ja seinen eigenen Leistungssport. Das Immunsystem läuft auf Hochtouren, es leistet Schwerstarbeit dabei. Jeden Tag wollen Millionen Körperzellen repariert werden, die als Kollateralschäden bei der Krebsbekämpfung mit beschädigt wurden.

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TAG 63: Dritte Bestrahlungswoche – Erste Ermüdungserscheinungen

Freitag, 30.1.2015

13 von 30 Bestrahlungstagen, 23,4 Gray Energiedosis gegen meinen Krebs.

Langsam mehren sich die Anzeichen: Ich fange an, die Belastung durch meine Bestrahlungen und den bislang ja normal weiter laufenden Alltag ernsthaft zu spüren! Die eine oder andere Nebenfolge der Bestrahlung zeigt sich mal, wenn auch noch nicht wirklich schlimm. Eine enorme Erschöpfung macht sich breit – abends plumpse ich völlig geschafft in den Sessel und starre gedankenverloren auf die Glotze, kapiere dabei aber nichtmal richtig, ob das da ein Krimi oder ein Liebesfilm ist, der in Südtirol spielt.

Selten habe ich ein Wochenende so sehr herbeigesehnt, wie das kommende. Und mir wird klar: Das Programm, das ich derzeit fahre, ist zu viel! Ich werde etwas ändern müssen. Ein sicheres Anzeichen für meine Erschöpfung: Meine Gedanken, die ja durchaus da sind, wollen gar nicht so dringend raus, wie bisher. Nicht so drängend, wie in den Wochen zuvor, wo es mich immer aus einem inneren Druck heraus förmlich zum Schreiben drängte.

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TAG 56: Mein Lebensverlängerungsapparat – eine volle Woche Bestrahlung

Freitag, 23.1.2015

8 von 30 Bestrahlungstagen, 14,4 Gray Energiedosis gegen meinen Krebs.

So, nun habe ich die erste komplette Woche mit Bestrahlungen hinter mir. In der vorangegangenen Woche hatte ich ja drei Bestrahlung, in dieser Woche fünf. Mit den zusammen acht Bestrahlungen habe ich rund ein Viertel der insgesamt anstehenden hinter mir. Noch nicht so richtig viel. 14,4 Gray sind bis jetzt auf mich niedergeprasselt – ohne, dass ich davon direkt irgendetwas gemerkt hätte.

Am heutigen Freitag habe ich allerdings auch mal eine Ahnung von einer der möglichen Nebenwirkung: Irgendetwas in meinem Mund scheint aus dem Lot zu geraten. Die Haut im Mund fühlt sich gereizt an, etwas angeschwollen. Nichts dramatisches, aber natürlich bin ich momentan super-sensibilisiert, was solche Empfindungen angeht. Wenn ich an Kiefer und Kieferhöhle bestrahlt werde, sind natürlich als allererstes im und am Mund weitere Folgen zu befürchten.

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TAGE 47/48: Ich Glückspilz!

Mittwoch 14.1. / Donnerstag, 15.1.2015

3 von 30 Bestrahlungstagen, 5,4 Gray Energiedosis gegen meinen Krebs.

Meine Armbanduhr ist etwas altmodisch, mit dicken Zeigern über einem schwarzen Ziffernblatt mit unförmigen Ziffern. Um das Ziffernblatt herum befindet sich so ein komischer, drehbarer Ring mit Markierungszeigern. Den will ich verdrehen, aber, verdammt – warum geht das denn nicht? Ich drehe und würge daran herum, aber es gelingt nicht! Verdammt nochmal! Ich werde hektisch, rüttel herum. Verdammt, immer diese Hektik!

Moment mal – äh – Armbanduhr? Halt stopp! Äh – was ist gerade los? Seit Jahrzehnten habe ich doch gar keine Armbanduhr mehr! Einen Moment lang muss ich mich sammeln, ich höre ein Klickern und Klackern. Aber das kommt nun wirklich nicht von einer Uhr! Ich muss eingeschlafen sein und geträumt haben. Schon wieder! Wie absurd!

Im wirklichen Leben bin ich gerade bei der Strahlentherapie im UKE, das ist gerade meine dritte Bestrahlung – und zum dritten Mal bin ich dabei eingeschlafen. Das kann ja wohl nicht angehen! Heute das erste Mal sogar während des direkten Bestrahlungsvorgangs, nicht während einer Zwischen-Wartezeit.

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